Didier Cuche in Meran: „Im Winter kommt bestimmt das Kribbeln wieder“

Veröffentlicht am 14. September 2012

Die Schweizer Skilegende Didier Cuche war der Stargast bei der fünften Auflage von „ambitions – sport meets business“ im Kurhaus von Meran. Der 38-Jährige, der beim Weltcupfinale im März in Schladming seine Karriere als Skiläufer beendet hat, zeigte sich beim Europaforum des Sports gut gelaunt von seiner besten Seite und fit wie eh und je. Südtirolski hat sich mit dem Weltmeister, Olympiamedaillengewinner und 21-fachen Weltcupsieger Didier Cuche über sein Leben als „Sportrentner“ unterhalten….

Didier Cuche mit Mountainbike-Profi Eva Lechner

Südtirolski: Didier, wie geht es dir als Rentner?

Didier Cuche: Danke, gut. Ich bin allerdings ein aktiver Rentner, ich habe Termine und Aufgaben, die ich täglich wahrnehmen muss.

Südtirolski: Viele Rentner beklagen sich, dass sie in der Pension mehr Stress hätten, als in ihrer Zeit als Berufstätige. Geht es dir genauso?

Didier Cuche: (lacht) Das ist so. Zwar ist der Leistungsdruck nicht mehr da, aber ich bin sehr beschäftigt. Ich arbeite den ganzen Tag, vor allem für meine Partner aus meiner aktiven Zeit im Skiweltcup. Mein Terminkalender ist voll wie noch nie.

Südtirolski: Die große Schwierigkeit eines erfolgreichen Sportler ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden, die Karriere zu beenden. Glaubst du, den richtigen Zeitpunkt gewählt zu haben, nach dem Sturz beim Finale in Schladming. Ein Jahr zuvor, beim Finale in Lenzerhaide, hättest du mit zwei Kristallkugeln deine Laufbahn beendet?

Didier Cuche: Darüber mach´ich mir keine Gedanken. Ich wollte weiterfahren, solange es mir Spass macht. Würde ich in Kristallkugeln denken, hätte ich nach der ersten Kugel 2007 aufhören müssen.

Südtirolski: In wenigen Wochen beginnt in Sölden die neue Skiweltcup-Saison. Spürst du schon das Kribbeln im Bauch?

Didier Cuche: Nein, noch nicht. Ich bin ganz froh, dass ich die Sommertrainings nicht mehr machen muss. Aber in Sölden werde ich ziemlich sicher vor Ort sein, und dann, wenn es losgeht, wird das Kribbeln im Bauch wieder da sein, ganz klar.

Südtirolski: Das heißt, wir werden dich bei dem einen oder anderen Skirennen im Ziel sehen?

Didier Cuche: Nicht unbedingt. Ich bin dabei, mit dem Skiverband (swiss-ski) über meine künftige Aufgaben zu beraten. Ich möchte meine Erfahrung, mein Wissen, den jungen Athleten weiter geben. Wir sind auf einem guten Weg, aber die Details sind noch zu klären. Wenn, dann bin ich im Winter als Berater an der Piste, aber nicht als Zuschauer im Ziel.

Südtirolski: Vielen Dank, Didier, für das interessante Gespräch.

Didier Cuche verabschiedet sich, und wird von Veranstaltungsteilnehmern umzingelt. Der Schweizer war an jenem Freitag wohl das begehrteste Fotomotiv der Kurstadt.

Alle Infos zu Didier Cuche gibt es online unter www.didiercuche.ch