Ambitions 2013: Social Media und Boris Becker

Veröffentlicht am 8. September 2013

Die Kurstadt Meran ist wieder Treffpunkt für Sport und Wirtschaft. Das Europaforum des Sportbusiness „Ambitions“ geht in die sechste Auflage. In den vergangenen Jahren wurden in Meran u.a. die Weichen gestellt für das WM-Trainingslager der deutschen Fußball-11 in Eppan, Skilegende Didier Cuche war ebenso zu Gast, wie führende Sport- und Eventmanager aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Der Stargast bei Ambitions 2013 am 20. September im Kurhaus von Meran ist Tennislegende Boris Becker.

Südtirolski hat sich mit Ambitions-Mastermind und Organisator Jimmy Nussbaumer zum Gespräch getroffen…

Südtirolski: Herr Nussbaumer, Boris Becker kommt nach Meran, zum Europaforum des Sportbusiness „Ambitions“. Passt das zusammen?

Nussbaumer: Viele Fragen sich, wieso kommt ein Mann zu Ambitions, der normalerweise in den Klatschspalten der Zeitungen zu Hause ist. Fakt ist: Boris Becker ist eine Tennislegende, Wimbledonsieger mit 17, er ist aber auch Unternehmer und Gesellschaftsmensch. Und wer´s nicht glauben will, er hat mehr zu sagen, als er morgens zum Frühstück isst.

Südtirolski: Und was hat Boris Becker zu sagen?

Nussbaumer: Er hat eine Botschaft zu vermitteln, die man ihm so vielleicht nicht zutraut. Boris Becker ist ein privilegierter Mann, hat als Sportler Millionen und Abermillionen verdient. Aber er sieht, so wie wir alle, was Sportler von Olympischen Sportarten tagtäglich auf sich nehmen: Sie opfern ein Sportlerleben für ein wenig Ruhm alle vier Jahre. Wirtschaftlich überleben können damit die wenigsten. Das will Boris Becker nicht, das wollen immer mehr Leute im Sportbusiness nicht mehr, und es kündigt sich ein Paradigmenwechsel an: Die Athleten gehören in den Mittelpunkt gerückt, es muss mehr um die sportlichen Leistungen gehen, und nicht um die Euro und Dollar, die ein Manager mit einem Sportler verdienen kann.

Südtirolski: Zwei Tage nach Ambitions stehen in Deutschland die Bundestagswahlen im Programm, wie schwierig war es, Boris Becker so knapp vor dem Wahltermin am 22. September nach Meran zu holen?

Nussbaumer: Boris Becker ist zum Glück kein Kanzlerkandidat, also hat er Zeit. Und die Botschaft, die er von Meran aus schickt, geht genau in diese Richtung. Die Sportpolitik in Deutschland wird in den nächsten zehn Jahren sehr schwierig zu gestalten sein, weil sich die Dinge verändern, die Politik aber hinten nachhängt.

Südtirolski: Der Stargast aus Südtirol ist Mountainbike-Weltmeisterin Eva Lechner…

Nussbaumer: Eva Lechner hat sich ihren letzten Weltmeistertitel mehr verdient, als alles andere auf der Welt. Sie hat Gold geholt im Teambewerb, und ist danach im Einzelrennen so schwer gestürzt, dass sie fast nicht mehr aufstehen konnte. Sie ist aufgestanden und ist das Rennen zu Ende gefahren, chancenlos. Das sollten Sponsoren und die Gesellschaft würdigen, was sich Athleten da abverlangen, und Eva wird bei Ambitions eine herzerreißende Geschichte erzählen.

Südtirolski: Im Vorjahr wurde bei Ambitions die erste wissenschaftliche Studie zum Sportsponsoring in Südtirol vorgestellt. Was hat sich in den vergangenen 12 Monaten auf diesem Gebiet getan, hat die Studie was bewirkt?

Nussbaumer: Die Erkenntnisse, die wir in dieser Studie präsentiert haben, sind in vielen Unternehmen Gesprächsstoff geworden. Die Landesenergiegesellschaft SEL und ihr Präsident Wolfram Sparber werden bei Ambitions erklären, wie sie ihre Marketingstrategie im Sport gerade wegen dieser Studie umgestellt haben. Aber besonders stolz bin ich auf die Fotoausstellung „Forst – 50 Jahre Sportsponsoring in Südtirol“, die bei Ambitions im Kurhaus gezeigt wird.

Südtirolski: Die Sichtbarkeit von Sportveranstaltungen und Sportlern funktioniert immer mehr online, Stichwort social media…

Nussbaumer: Die sozialen Netzwerke im Internet gelten zum Beispiel beim FC Bayern München seit Jahren als wichtiger Kanal für die Öffentlichkeitsarbeit. Benjamin Steen, der Leiter „Neue Medien“ beim amtierenden Championsleague-Sieger, wird bei Ambitions aufzeigen, wie das Konzept beim großen FC Bayern, heruntergebrochen auf die Region, auch bei den „kleinen“ Vereinen und Verbänden funktionieren kann.

Das Europaforum des Sports „Ambitions“ findet am Freitag, dem 20. September, im Kurhaus von Meran statt. Alle Infos und Anmeldungen im Internet, unter www.ambitions.it