Sochi: Waterloo für die Azzurre im Slalom

Veröffentlicht am 21. Februar 2014

Da liegen Welten zwischen den Olympiamedaillen und den Azzurre. Ok, im ersten Durchgang hält die ramponierte Piste als ideale Ausrede her, immerhin war für Chiara Costazza mit der Startnummer 18 und für Federica Brignone mit der Nummer 33 nicht viel zu holen. Die Plätze 25 und 22 zur Halbzeit, mit einem Rückstand von über 4 Sekunden, sind dennoch keine herzeigbare Ausgangsposition für den zweiten Durchgang, und da setzte sich die Pleite eben fort: Costazza kommt nach wenigen Fahrsekunden in Rücklage und scheidet aus, Brignone folgt ihrer Teamkollegin und beendet ebenfalls nach wenigen Toren den Olympiaslalom in Sochi. Wie verheerend die Leistung der Azzurre war, zeigt der direkte Vergleich: Die Schwedin Emelie Wikström fährt mit der hohen Startnummer 21 (!) auf Rang 6, und Anemone Marmottan aus Frankreich belegt mit der Startnummer 28 immerhin Platz 13. Am Ende zählen nur die Medaillen, das ist klar, aber die Vorstellung der Azzurre war nicht olympiatauglich. Da gibt es ganz viel zu tun, denn der Slalom ist eindeutig die Problemdisziplin bei den Italienerinnen.

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Chiara Costazza plagt sich durch den Olympiaslalom

Während die Azzurre also eine totale Nullnummer verdauen müssen, schreibt Mikaela Shiffrin aus den USA Skigeschichte. Mit nur 18 Jahren kürt sich die Slalomweltmeisterin 2013 zur jüngsten Slalom-Olympiasiegerin aller Zeiten. Bereits im ersten Lauf fuhr Shiffrin in einer eigenen Liga, ging mit einem Vorsprung von 0,49 Sekunden auf Maria Höfl-Riesch in den zweiten Durchgang. Dort kämpften sich die Österreicherinnen Kathrin Zettel und Marlies Schild von den Rängen 7 und 6 aus an die Spitze. Sowohl Titelverteidigerin Höfl-Riesch als auch Tina Maze aus Slowenien, Platz 3 zur Halbzeit, kommen nicht an die Zeiten von Zettel und Schild heran, während sich Shiffrin sogar einen Riesenpatzer leisten kann und mit 0,53 Sekunden Vorsprung auf Schild die Ziellinie überquert. Das Ergebnis steht: Gold für Shiffrin, Silber für Schild und Bronze für Zettel.

Damit sind für die Skifahrerinnen die Olympischen Spiele 2014 zu Ende. In der Abfahrt gab es zwei Siegerinnen, mit Dominique Gisin aus der Schweiz und Tina Maze aus Slowenien, in der Superkombination jubelt Maria Höfl-Riesch aus Deutschland über Gold, im Super-G schnappt sich Anna Fenninger aus Österreich die Goldmedaille, den Riesentorlauf gewinnt neuerlich Tina Maze, und im Slalom ist das „Wunderkind“ Mikaela Shiffrin die neue Olympiasiegerin.