WM 2013: Teambewerb – Che figuraccia, Azzurri!!!

Veröffentlicht am 12. Februar 2013

15.000 Zuschauer haben am heutigen Dienstag-Abend bei der Ski-WM in Schladming einen spektakulären Teambewerb gesehen, der Parallelriesentorlauf hatte alles, was es für eine WM-Entscheidung braucht: Im kleinen Finale hat sich Deutschland mit dem Minimalvorsprung von 0,01 Sekunden gegen Kanada die Bronzemedaille gesichert. Im Finale setzte sich Österreich klar mit 4:0 gegen Schweden durch, und zuvor säbelte der Kroate Filip Zubcic den Deutschen WM-Favoriten Felix Neureuther äußerst publikumswirksam nieder, der Kroate rutschte am Innenski aus, schlitterte in den Lauf des Deutschen, dieser hatte keine Möglichkeit mehr zu reagieren, und wurde niedergefahren. Bis auf ein paar blaue Flecken blieben beide glücklicherweise unverletzt.

Österreich, die Skination Nummer 1, hat somit endlich die erste Goldmedaille bei dieser Ski-WM, zuletzt war das Gejammere bei den Gastgebern groß. Im Medaillenspiegel klettert Österreich vom letzten auf den vierten Platz, der Teambewerb war für den ÖSV ein „Pflichtsieg im wichtigsten Bewerb“, erklärt der ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl.

Das Zielstadion in Schladming

Eine totale Blamage war hingegen der Auftritt der Azzurri. Bereits in der ersten Runde sind Elena Curtoni, Chiara Costazza, Davide Simoncelli und Roberto Nani ausgeschieden, und zwar nicht gegen einen der Medaillengewinner, sondern gegen die Tschechische Republik. Wie sehr diese „Watschn“ sitzt, zeigt der Vergleich: Martina Dubovska hat noch kein einziges Ergebnis im Weltcup, Katerina Paulathova kommt auf einen 28. Platz, während die Azzurra Chiara Costazza ein Weltcuprennen gewonnen hat, und Elena Curtoni einmal Fünfte wurde. Ähnlich der Unterschied bei den Herren: Der Tscheche Filip Trejbal hat zwei 14. Plätze auf seinem Konto, sein Teamkollege Ondrej Berndt hat kein einziges Weltcupergebnis; Roberto Nani wurde 10., Davide Simoncelli ist zweifacher Weltcupsieger. Die Pleite der Azzurri nahm seinen Lauf bereits beim Start, praktisch alle Teilnehmer kamen besser aus dem Starttor heraus als die Azzurri, eindeutig ein Fehler, der auf die Kappe der Trainer geht. Der zweite Fehler war die Strategie, das Herangehen an diesen WM-Bewerb. Stefano Gross, Cristian Deville und Manfred Mölgg haben in diesem Winter schon solche Rennen bestritten, sie durften (Mölgg) bzw. wollten (Deville) nicht starten. Und wenn die Verbandsspitze der FISI sich schon leichtfertig eine mögliche WM-Medaille entgehen lässt, weil sie den Teambewerb nicht richtig ernst nimmt, dann sollte sie auch den Mut haben, auf einen Start ganz zu verzichten. Kleiner Trost für alle Südtiroler Skifans, der Vinschger Christian Thoma ist Trainer bei den Schwedinnen, seine erste WM-Medaille seit seiner Zeit als Trainer von Denise Karbon (Are 2007, Anm. d. Red.)

Morgen Mittwoch ist Ruhetag in Schladming, am Donnerstag um 10 Uhr beginnt der Riesentorlauf der Damen, mit Manuela Mölgg und Denise Karbon.