WM 2013: Ein Blick hinter die Kulissen – vom Wunderwachs bis zur miesesten Kneipe

Veröffentlicht am 13. Februar 2013

Keine Medaillenentscheidung bei der Ski-WM in Schladming am heutigen Mittwoch, die Athletinnen und Athleten nutzen den rennfreien Tag zum trainieren, vor den vier letzten WM-Bewerben. Morgen Donnerstag ab 10 Uhr tragen die Damen ihren Riesentorlauf aus, mit Denise Karbon und Manuela Mölgg sind zwei Südtirolerinnen dabei, am Freitag folgen die Herren, einziger Südtiroler Läufer ist Manfred Mölgg. Am Samstag bestreitet Manuela Mölgg den Slalom, am Sonntag geht die WM 2013 mit dem Slalom der Herren zu Ende, neben Manfred Mölgg steht auch der Sarner Patrick Thaler am Start.

Südtirolski nutzt den Ruhetag, für ein paar Zahlen und Fakten zur Ski-WM, und für einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Ski-WM in Schladming.

11 Bewerbe stehen im WM-Programm, 33 Medaillen werden vergeben. 650 Sportler aus 70 Nationen sind für die WM gemeldet, darunter auch die sogenannten „Ski-Exoten“ Haiti, Indien, Südafrika oder Iran. 1500 Journalisten und Fotografen sind akkreditiert, 600 davon arbeiten im großen Mediencenter…

1982, bei der ersten Ski-WM in Schladming, gab es 1 Kassencomputer, heute gibt es im ganzen Ort 380 Hot-Spots mit freiem WLAN. 25 Fernsehstationen übertragen die Ski-WM live in alle Welt. Damit Bild und Ton in Echtzeit in die Wohnzimmer flimmern, stehen am Ortsrand von Schladming die Übertragungswagen der TV-Sender. Der Parkplatz dieser Hightec-LKWs ist streng bewacht…

Damit die WM-Pisten in einem WM-würdigen Zustand sind, arbeiten rund 570 Mitarbeiter praktisch rund um die Uhr. Die Pistenarbeiter brauchen 50 Bohrmaschinen, 200 Schaufeln, 200 Steigeisen, 100 Schneeschieber und 100 Schneerechen. Die Rennstrecken der Damen und der Herren zusammen sind 14 Kilometer lang. Mit 3282 Metern Länge und einer maximalen Neigung von 72% steht die Abfahrtspiste der Herren ganz oben auf der Liste, die kürztste Strecke geht mit 260 Metern an den Teambewerb. Die Schneebeschaffenheit hier in Schladming schwankt, von pickelhart und eisig bis faulem Frühjahrsschnee war alles dabei. Für die Serviceleute der WM-Teilnehmer bedeutet das Schwerstarbeit oft bis tief in die Nacht hinein. Dabei hat jede Skifirma, jeder Servicemann seine Geheimnisse. Jetzt wissen wir auch, was diese Skifirma zur erfolgreichsten Skifirma der WM macht…

Ins Zielstadion passen 27.000 Zuseher, entlang der Strecke ist nochmals Platz für 25.000 Fans.  In der Region Schladming gibt es 1.800 Beherbergungsbetriebe mit 28.000 Betten.  Allein für die Volunteers stehen pro Tag 1.200 Essen bereit. Für das leibliche Wohl der WM-Stars Ted Ligety, Aksel Lund Svindal und Maria Höfl-Riesch verantwortlich in Schladming ist der WM-Koch der Skifirma „Head“, Christof Wörndle vom Landgasthof Bad Turmbach in Eppan. Er kocht in einem eigens angemieteten Appartementhaus…

Die laut Eigenwerbung größte Apres-Skihütte Europas steht auch in Schladming. Die „Hohenhaus-Tenne“ ist in etwa der „Ballermann“ der Alpen, auf fünf Stockwerken verteilen sich 8 Bars. Die Getränkeleitungen dort sollen unglaubliche 28 Kilometer lang sein, also ca. achtmal so lang wie die Abfahrtspiste der Herren. Nur ein paar Minuten zu Fuß weiter steht die „Gösser Fan-Arena“, ein gigantisches Festzelt im XXL-Format: 100 Meter lang, 30 Meter Breit, Platz für 1800 Skifans. Eine ganz andere Art der Eigenwerbung macht hingegen das Pub „Szenario“ in Schladming…

Dennoch, vom ersten Tag an ist dies die Stammkneipe der Südtiroler hier bei der WM, und hoffentlich gibt es in den nächsten Tagen wieder eine Medaille zu feiern, mit teuren Getränken, der schlechtesten Musik der Stadt und einem fürchterlichen Service!!!