Sochi: Dominik Paris und Siegmar Klotz in Top-15

Veröffentlicht am 11. Februar 2012

Es war Liebe auf den ersten Blick: Die Südtiroler Abfahrtsasse haben sich von Anfang an wohlgefühlt, im Skigebiet „Rosa Khutor“ in Krasnaja Poljana, eine gute Stunde im Auto vom Flughafen Sochi am Schwarzen Meer in Russland entfernt. In den Trainings waren Christof Innerhofer und Dominik Paris immer ganz vorne dabei. Im heutigen Rennen aber hat die „Rosa“ unseren Jungs die kalte Schulter gezeigt, möglicherweise war sie – ganz russische Diva – beleidigt, dass Innerhofer und Paris das gestrige Abschlusstraining ausgelassen hatten. Christof Innerhofer ging im heutigen Rennen sehr entschlossen auf die Strecke, nach 15 Sekunden aber war sein Arbeitstag zu Ende, der Gaiser erwischte einen Schlag und die Bindung ging auf. Mit nur einem Ski konnte Innerhofer im steilsten Streckenabschnitt akrobatisch einen Sturz vermeiden. Wie viel sich Innerhofer für heute vorgenommen hatte zeigt seine (unübliche) Reaktion: Er drosch mit einem Skistock auf das Streckennetz ein. Für den 27-Jährigen war es schon das zweite Mal in diesem Winter, dass er einen Ski verlor, nach dem Super-G in Lake Louise Ende November. Der Ultner Dominik Paris zeigte im oberen, kurvigen Streckenteil eine saubere Fahrt, verpasste aber ausgerechnet bei der Zufahrt zum flacheren Mittelteil etwas den Kurveneingang, wodurch er einiges an Zeit verlor. Im letzten Streckendrittel konnte Paris Schadensbergrenzung betreiben, im Ziel reichte es immerhin für Rang 11. Damit ist der Ultner erneut bester Azzurro.

Dominik Paris bei der Weltcup-Premiere in Sochi

Knapp hinter Paris folgt sein Zimmerkollege Siegmar Klotz. Der Pawigler schaffte mit Rang 15 sein bestes Abfahrtsergebnis im Weltcup. Für den 24-Jährigen ist es das zweitbeste Weltcupergebnis, nach Platz 13 beim Super-G in Lake Louise Ende November. Klotz konnte bereits mit Rang 4 im Abschlusstraining überzeugen, die russische Diva „Rosa Khutor“ hat ihn für seine Treue belohnt. Pech hatte auch Peter Fill. Der Kastelruther ging mit Startnummer 5 ins Rennen, wegen des Sturzes von Eric Fisher mit Startnummer 4 wurde Fill zurückgepfiffen, er musste im Starthaus auf die Freigabe der Strecke warten, was nicht angenehm ist. Im oberen Streckenabschnitt war Fill nicht richtig auf Zug gekommen, mit Fortdauer des Rennens kam die Lockerheit zurück, dennoch reichte es nur für Platz 21. Mit Mattia Casse (18) und Matteo Marsaglia (23) haben es zwei weitere Azzurri in die Punkteränge geschafft, einzig Paolo Pangrazzi ging als 35. leer aus. Für die Überraschung des Tages gesorgt hat der Kanadier Benjamin Thomsen als Zweiter, nur 0,27 Sekunden hinter dem Sieger Beat Feuz aus der Schweiz, der heute seinen 25. Geburtstag feiert. Platz 3 sicherte sich Adrien Theaux aus Frankreich (0,59 Sekunden Rückstand).

Die Azzurri in Krasnaja Poljana auf dem Weg ins Hotel

Morgen steht in Krasnaja Poljana die letzte Superkombination dieser Saison auf dem Programm. Bleibt die Hoffnung, dass die russische Diva „Rosa Khutor“ diesmal die Liebe der Südtiroler erwidert.