Saisonbilanz 2011/2012: Die Herren

Veröffentlicht am 24. März 2012

Der Skiwinter 2011/2012 ist zu Ende. Für die Südtiroler war eine Saison mit einigen Höhen und vielen Tiefen. Südtirolski analysiert die abgelaufene Saison, und dazu gibt es die besten Fotos der Saison. Südtirolski wünscht unseren Skistars einen feinen Sommer und viel Motivation für den WM-Winter 2013.

Christof Innerhofer

Der Superstar der Ski-WM 2011 ist im Jahr 1 nach Garmisch von einem schweren Trainingssturz gehandicapt worden. Die schwere Gehirnerschütterung hatte vor allem in der ersten Saisonhälfte ihre Spuren hinterlassen, als Zuschauer hatte man öfters das Gefühl, der 27-Jährige sei „orientierungslos“ unterwegs zwischen den Toren. Platz 3 beim Abfahrtsklassiker in Wengen brachte die Wende, und sein Super-G-Sieg beim Finale in Schladming hat endgültig bewiesen, „Winnerhofer“ is back! Die Südtirolski-Note: 8

Drei Fragen an Christof Innerhofer: Was war mein bestes Rennen? Innerhofer: Wengen, Schladming und Garmisch. Welche Note gebe ich mir? Innerhofer: 8/9 weil ich immer weitergekämpft habe. Ziele für 2012/13: Innerhofer: Gesund bleiben, dann ist viel möglich.

Dominik Paris

Der Ultner war im vergangenen Winter der Aufsteiger der Südtiroler. Mit seinen erst 22-Jahren ist er der jüngste Läufer in der Top-Gruppe der Abfahrer. Im Gegensatz zum Vorjahr gab es heuer keinen Podestplatz für Paris, dafür hat er sich in den Top-15 der Abfahrtsläufer etabliert. Im Super-G sind Punkteränge ausgeblieben, immerhin ist er aber in der Startliste von Platz 60+ auf 30+ geklettert. Die Südtirolski-Note: 8-

Was war mein bestes Rennen? Paris: Abfahrt Kvitfjell. Welche Note gebe ich mir? Paris: Ich bin mit Saison zufrieden, kann mich selbst nicht benoten. Ziele für 2012/13? Paris: Konstant vorne dabei sein, und auch im Super-G den Anschluss zu finden.

Patrick Thaler

Der „Oldie“ aus dem Sarntal war DIE Überraschung dieser Saison. Im Sommer ist der 31-Jährige aus dem Nationalteam geflogen, hat sich auf eigene Faust mit Hans-Daniel Fahrner aus St. Valentin auf der Haide vorbereitet, hat sich das Ticket zum ersten Slalom in Beaver Creek aus eigener Tasche bezahlt, und fuhr prompt auf Rang 7. In der ersten Saisonhälfte war Thaler ein Garant für erstklassige Slalomakrobatik, gegen Ende der Saison schaltete der Sarner etwas auf Defensiv-Strategie um. Die Südtirolski-Note: 7/8

Florian Eisath

Der Riesentorlauf-Spezialist aus Obereggen ist der Pechvogel des Jahres. Mit den Rängen 20, 24 und 13 war der 27-Jährige gerade dabei, sich nach oben zu arbeiten, als in Kranjska Gora die nächste Verletztung folgte. Der komplizierte Oberarm-Bruch ist operiert. In einigen Monaten wird „Bär“ wieder mit dem Skitraining beginnen. Die Südtirolski-Note: 7+

Drei Fragen an Florian Eisath: Was war mein bestes Rennen? Eisath: Bansko. Welche Note gebe ich mir? Eisath: 7.  Meine Ziele für 2012/13? Eisath: Gesund werden und bleiben.

Siegmar Klotz

Skifahrerisch hat der groß gewachsene Pawigler mehr drauf, als er uns zeigt. Durch seine hohe Startnummer lässt die Piste oft aber nicht mehr zu, als Rang 15, wobei er öfters der bestplatzierte Läufer mit einer hohen Startnummer war. Klotz hat sowohl in Abfahrt als auch in Super-G gepunktet, im kommenden Winter sind ihm bessere Startnummern sicher – dann muss sich Klotz in der Spitzengruppe etablieren. Die Südtirolski-Note: 6/7

Drei Fragen an Siegmar Klotz: Was war mein bestes Rennen? Klotz: Abfahrt Kvitfjell, trotz eines großen Fehlers auf Platz 15. Welche Note gebe ich mir? Klotz: 8-. Ziele für 2012/13? Klotz: Gesund bleiben und weiterhin viel Spaß am Skisport haben.

Peter Fill

Es hätte ein perfekter Winter werden können. Der Kastelruther konnte ohne körperliche Beschwerden in die Saisonvorbereitung gehen, kennt sein Material und auch Privat läuft alles rund. Wie so oft, „kommt es erstens anders, zweitens als man denkt“. Top-10-Platzierungen sind Mangelware und mit Ergebnissen um Rang 20 herum kann ein Weltcupsieger und Vizeweltmeister beim besten Willen nicht zufrieden sein. Zumindest hat Peter Fill bei seinem beinahe-Sturz im ersten Super-G von Crans Montana gezeigt, dass er sich genug Kraft in den Beinen antrainiert hat. Und drei zweite Plätze bei den Italienmeisterschaften sind auch nicht nichts! Die Südtirolski-Note: 6+

Drei Fragen an Peter Fill: Was war mein bestes Rennen? Fill: Wirklich gutes Rennen war keines dabei, dennoch: Platz 7 in der Abfahrt von Beaver Creek. Welche Note geb ich mir? Fill: Skisport ist kein Wunschkonzert, bin enttäuscht und unzufrieden. Ziele 2012/13? Fill: Fehler suchen, ausbügeln und dann besser machen.

Manfred Mölgg

Vor vier Jahren war der Enneberger weltweit die Nummer 1 unter den Slalomläufern, im Vorjahr hatte er immerhin noch eine WM-Medaille geholt. In den letzten 9 Slaloms hat der 30-Jährige nicht überzeugt, einige ungünstige Ausfälle haben an seinem Selbstvertrauen gekratzt. Im Riesentorlauf war Mölgg eindeutig stärker, wirkliche Glanzlichter gab es aber nur in einzelnen Durchgängen, zwei solide Läufe in einem Rennen sind die Ausnahme. Ein Manfred Mölgg muss mehr zeigen! Die Südtirolski-Note: 6

Hagen Patscheider

Die Hoffnungen waren groß, zu Beginn der Saison. Vom Geheimtipp Hagen Patscheider war die Rede – gekommen ist wieder einmal anders. Im Rennen ist der Vinschger weit von seinen Trainingsleistungen entfernt und muss kämpfen für gerademal 1 oder 2 Weltcuppunkte. Mit seinem Abfahrtssieg bei der Italienmeisterschaft hat Patscheider gezeigt, was in ihm steckt. Das wollen wir auch im kommenden Winter sehen! Die Südtirolski-Note: 6

 

Werner Heel

Der Boxer liegt am Boden und wird vom Schiedsrichter bereits angezählt. Dieses Bild bringt die Krise beim Passeirer auf den Punkt. Und die Regel Nummer 1: Schreibe nie jemanden ab! Werner Heel geht gestärkt aus diesem Tief hervor, davon bin ich überzeugt. Er selbst weiß am besten, wo das Problem liegt und muss es lösen. Die Südtirolski-Note: 5

Patrick Staudacher

Es wird ruhig um den Super-G Weltmeister 2007. Mit seinen 31-Jahren wäre er im besten Alter, um in seiner Paradedisziplin mit viel Routine für Erfolge zu sorgen, stattdessen finden wir ihn oft im Europacup wieder, wo er mit der um 10 Jahre jüngeren Konkurrenz um die Wette fährt. Nach Platz 7 in der Abfahrt bei der Italienmeisterschaft hat „Staudi“ seinen Rücktritt bekanntgegeben. Die Südtirolski-Note: 7+ (Danke für die tollen Emotionen)

Keine Analyse und Benotung gibt es für die Südtiroler Riccardo Tonetti, Alexander Ploner und Michael Gufler, sie hatten nur sporadisch Einsätze im Skiweltcup.