Norwegischer Doppelsieg bei Parallel-Riesentorlauf in Alta Badia

Veröffentlicht am 21. Dezember 2015

Wer nicht dabei war, der hat was verpasst! Das Drehbuch für den ersten Weltcup Parallel-Riesentorlauf der Geschichte in Alta Badia hätte selbst Hollywood nicht spannender schreiben können, der Montag-Abend auf der Gran Risa kann problemlos mit dem Fernsehkrimi am Sonntag-Abend mithalten. Die besten 32 Rennläufer der Welt sind am Start, die Favoriten straucheln schon in der ersten Runde. Der relativ gerade gesetzte Kurs und die beiden weiten Sprünge sind für die meisten Slalom- und Riesentorlaufspezialisten ungewohnt, vermeintliche Außenseiter ziehen immer weiter in Richtung Finale. Marcel Hirscher springt ins Tor und scheidet im 1/16-Finale gegen den Bozner Riccardo Tonetti aus, Florian Eisath verliert gegen Christoph Nösig, Manfred Mölgg unterliegt seinem Teamkollegen Roberto Nani und Ted Ligety hat keine Chance gegen Cyprien Richard. Im 1/8-Finale trifft Tonetti auf den späteren Sieger Kjetil Jansrud, der Norweger hat sichtlich Spass am Parallelriesentorlauf, ebenso wie „Super-Elch“ Aksel Lund Svindal, der am anderen Ende des Rasters einen Gegner nach dem anderen ausschaltet. Am Ende ist die Sensation perfekt, im Finale treten Jansrud und Svindal gegeneinander an. Beide kämpfen um jeden Zentimeter, im Ziel liegt Jansrud einen Hauch vor Svindal. Im kleinen Finale gewinnt Andre Myhrer aus Schweden gegen den überraschend starken Deutschen Dominik Schwaiger. Bester Azzurro ist der Gran Risa-Spezialist Max Bladone auf Platz 6, Riccardo Tonetti folgt auf Rang 15, Manfred Mölgg beendet den Bewerb auf Platz 23, einzig Florian Eisath holt als 31. keine Weltcuppunkte.

Ski World Cup 2015-2016. Max Blardone (ITA) in parallel giant slalom . Alta Badia, 21-12-2015 foto (Marco Trovati- Pentaphoto)

Max Blardone im Infight mit Gino Caviezel (Sui)

Die Organisatoren in Alta Badia rund um Marcello Varallo sind das Risiko eingegangen, als „Versuchskaninchen“ für den Parallel-Riesentorlauf herzuhalten und das Risiko hat sich gelohnt. Athleten und Zuschauer waren begeistert und die (leise) Kritik an der geraden Kurssetzung ging im Jubel unter. In einem Punkt aber hat Svindal recht: Eine Rockband fehlt.

Aksel Lund Svindal übernimmt dank der 80 Punkte heute wieder die Führung im Gesamtweltcup, morgen Dienstag beim Nachtslalom in Madonna di Campiglio hat Marcel Hirscher wieder die Möglichkeit, als Führender in die kurze Weihnachtspause zu gehen, denn Svindal startet beim Slalom nicht.