Manfred Mölgg im Interview: „Freue mich, wenn der Gips weg ist“

Veröffentlicht am 27. August 2014

Vom Medaillen-Anwärter zum Patienten: Vor einer Woche hat sich Manfred Mölgg beim Trockentraining die Achillessehne im rechten Bein gerissen, seit der Operation im Krankenhaus Bruneck ist der Enneberger mit Gips und Krücken unterwegs. Die WM-Saison 2014/15 ist für den 32-Jährigen vorbei, noch bevor sie begonnen hat. Ein schmerzhafter Rückschlag, körperlich und psychisch.

Südtirolski hat den dreifachen WM-Medaillengewinner in Slalom und Riesentorlauf zu Hause in St. Vigil besucht. Hier das Interview…

Südtirolski: Manfred, eine Woche ist vergangen seit dem Unfall, wie geht es dir heute?

Manfred Mölgg: Es geht so, die OP ist gut verlaufen, jetzt hoffe ich dass in wenigen Tagen der Gips abgemacht wird.

Südtirolski: Wie ist der Unfall passiert? Die Achillessehne hält ja Belastungen bis 800 Kilo aus?

Manfred Mölgg: Am Sportplatz in St. Vigil habe ich Sprints bergauf gemacht, es war die letzte Runde und ich war schon ziemlich müde. Und schon ist es passiert. Aber wieso und warum die Sehne gerissen ist, weiß ich nicht, vielleicht war sie schon aus der Vergangenheit gereizt. Jetzt heißt es für mich, nach vorne schauen. Was passiert ist, ist passiert.

Südtirolski: Wie verarbeitest du diesen Rückschlag?

Manfred Mölgg: Im ersten Moment ist für mich eine Welt zusammengebrochen, wegen der anstehenden WM-Saison und die gesamte Arbeit in der Vorbereitung, die ich schon gemacht hatte, sogar das Material hatte ich schon sortiert. Aber mittlerweile bin ich wieder guter Dinge.

Südtirolski: In den letzten Wochen warst du täglich beim Training, und nun im Krankenbett. Gibt es schon einen Zeitplan für die Rehabilitation?

Manfred Mölgg: In den letzten Tagen war Ruhe total angesagt, ich bin die meiste Zeit nur flach gelegen, das Gipsbein hochgelagert. Nachdem der Gips abgenommen wird, beginnt die Reha, in Absprache mit den Ärzten im Krankenhaus Bruneck. Darauf freue ich mich, dann beginnt der lange Weg zurück.

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Turnschuh und Gips: Manfred Mölgg bei sich zu Hause in St. Vigil

Südtirolski: In zwei Monaten beginnt die neue Skiweltcup-Saison, du bist in Slalom und Riesentorlauf in den Top-15 der Startliste. Hilft der Verletztenstatus, oder wirst du in den Startlisten nach hinten durchgereiht?

Manfred Mölgg: Es werden jetzt die Punkte gesperrt, 7-8 Plätze werde ich aber sicher zurückversetzt in der Startliste. Das hängt natürlich auch davon ab, wie gut oder schlecht die anderen Läufer fahren. Zum Jahreswechsel werde ich sicher mehr wissen, mal sehen wie die Heilung verläuft. Geht alles schneller als erwartet, könnte ich möglicherweise zum Saisonende zwei Rennen bestreiten, aber das ist noch Zukunftsmusik. Und ich möchte meinen Fans und vor allem auch mir selbst keine falschen Hoffnungen machen.

Südtirolski: Danke Manfred Mölgg für das Gespräch, gute Besserung.