Gröden-Abfahrt an Spannung kaum zu überbieten

Veröffentlicht am 18. Dezember 2010

Ein Skifest aller erster Sahne geboten hat der heutige Abfahrtsklassiker auf der Saslong in Gröden. Lange hatte der schon 41-jährige Schwede Patrick Jaerbyn geführt, dann stockte beim Horrorsturz des Franzosen David Poisson den Zuschauern der Atem: Bei der Anfahrt zu den Kamelbuckeln verkantete Poisson, und nach einer Rolle rückwärts und einer halben Schraube in der Luft prallte er nach einem Flug von etwa 50-60 Metern auf. Der Freestyler würde von einem „Rodeo Flip 180“ sprechen. David Poisson blieb eine Minute benommen im Schnee liegen, stand dann auf, und unter dem Beifall der Zuschauer im Zielraum schritt der „Sturzpilot des Tages“ praktisch unverletzt an den Pistenrand. Eine Lektion für alle, die in der Vergangenheit immer von einer „leichten“ Saslong gesprochen hatten. Am Ende feierte der Schweizer Silvan Zurbriggen seinen ersten Weltcupsieg in der Abfahrt, den zweiten seiner Karriere, vor Romed Baumann aus Österreich und Didier Cuche aus der Schweiz. Zurbriggen und Cuche trennen nur 10 Hundertstel Sekunden.

Ein Lächeln für die Fans: Peter Fill nach seinem Heimrennen auf der Saslong

Peter Fill aus Kastelruth egalisiert mit Rang 15 immerhin sein bestes Abfahrtsergebnis von Gröden. Werner Heel aus dem Passiertal ist mit Rang 20 gar nicht zufrieden, und der Gaiser Christof Innerhofer kann nach den Rängen 42, 40, 47 und 52 auf der Saslong erstmals in die Punkteränge fahren. Ohne Punkte bleiben Dominik Paris (35), Stefan Thanei (37), Siegmar Klotz (40) und Patrick Staudacher (55). Sie müssen am 28. Dezember bei der Abfahrt von Bormio unbedingt ein brauchbares Ergebnis einfahren, denn schön langsam drängt die Zeit für ein Ticket zur WM im Februar 2011 in Garmisch.