Full House in Feuerland – Nicht nur die Azzurri trainieren in Argentinien

Veröffentlicht am 27. August 2013

Ein halbes Jahr vor den Olympischen Winterspielen in Sochi (Rus) arbeiten die Skiasse aus aller Welt intensiv an der Saisonvorbereitung. Die Azzurri und viele andere Nationen, u.a. Österreich und Frankreich, trudeln fast schon im Stundentakt in Argentinien ein, um sich am „Ende der Welt“, in Ushuaia, auf den Olypiawinter vorzubereiten. Piste, Pasta und Schneeschaufeln war die Devise der letzten Tage, der Trainerstab rund um Teamchef Claudio Ravetto schlug sich die Nächte um die Ohren, um bei Temperaturen von -18 Grad die Strecke vom Neuschnee zu befreien. „Unsere Trainer sind die besten der Welt“, lobte der zumindest in der Öffentlichkeit wortkarge Cheftrainer seine Truppe, „und unsere Athleten wissen diesen Einsatz zu schätzen“. Auf einer nahezu perfekten Pisten konnten die Slalomspezialisten wie Manfred Mölgg, Stefano Gross und Cristian Deville Material testen und an der Technik arbeiten, auch im direkten Vergleich mit den Slalom-Größen aus Frankreich wie z.B. Alexis Pinturault.

Schräglage im Schnee: Manfred Mölgg zwischen den Slalomstangen

Neben Slalom steht auch ausgiebiges Riesentorlauf-Training auf dem Programm. Der Eggentaler Riesentorlauf-Spezialist Florian Eisath ist beim Trainingslager in Ushuaia dabei, während der Sarner Slalom-Spezialist Patrick Thaler das Überseetraining auslässt, genauso wie Manuela Mölgg aus Enneberg. Die 30-Jährige (Geburtstag am 28. August) erholt sich mit kleinen Schritten von ihrer OP vom Sommer. Ein Comeback im Schnee gibt es hingegen für Hanna Schnarf aus Olang und Denise Karbon aus Kastelruth. Schnarf hatte sich vor einem Jahr beim Training in Argentinien eine schwere Knieverletzung zugezogen und musste die gesamte WM-Saison pausieren. Auf dem Weg zurück entzündete sich das lädierte Knie, ein weitere Eingriff vor wenigen Wochen wurde notwendig. „Jetzt sollte es passen, ich fühle mich bereit für das Comeback“, sagte die Olangerin kurz vor der Abreise nach Südamerika. Karbon fädelte hingegen beim Saisonfinale in Lenzerheide auf dem Weg zu einem Podestplatz ein und brach sich Sprunggelenk und Wadenbein. „Ich habe mir Ende Juli einige Schrauben herausnehmen lassen, und hoffe, dass ich so wieder das richtige Gefühl im Skischuh bekomme“, erklärt die 33-Jährige.

Hat wieder Schnee unter den Füßen: Denise Karbon

Ebenfalls in Richtung Argentinien gestartet ist am heutigen Dienstag Lisa Agerer vom Reschen, während die Grödnerin Verena Stuffer noch gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Daniela Merighetti ein paar Runden Fitnesstraining in Monza eingeschoben hat.

Die Speedtruppe der Herren rund um Dominik Paris hat hingegen schon ein paar Tage Riesentorlauf-Training in Ushuaia in den Beinen. Sobald die Wetterverhältnisse es zulassen, schnallen Paris, Werner Heel, Siegmar Klotz und Peter Fill die langen Latten an, und beginnen mit Abfahrt und Super-G. Noch nicht nach Argentinien abgeflogen ist Christof Innerhofer. Der Gaiser verlängert sein Gletschertraining mit den Coaches Max Rinaldi und Alberto Ghidoni in Zermatt in der Schweiz. Am 7. September wird „Inner“ zum Speed-Team in Ushuaia aufschließen.