Federica Brignone feiert in Sölden ihren ersten Weltcupsieg – Karoline Pichler gibt Talentprobe ab

Veröffentlicht am 24. Oktober 2015

Auftakt nach Maß für die Azzurre und ganz besonders für Federica Brignone. Beim Skiweltcup-Opening in Sölden im Ötztal feiert Brignone ihren ersten Weltcupsieg – im 99. Rennen. Die 25-Jährige war im ersten Durchgang des äußerst anspruchsvollen Riesentorlaufs am Rettenbachferner eine Klasse für sich und ging mit fast einer Sekunde Vorsprung auf die Zweitplatzierte Mikaela Shiffrin aus den USA in die Entscheidung. Im zweiten Lauf nahm Shiffrin volles Risiko, aber Federica Brignone konnte im eisigen Steilhang ihren Vorsprung halten. Die Tochter der ehemaligen Slalom-Weltcupsiegerin Mariarosa Quario rettete mit 9. Laufzeit 0,85 Sekunden Vorsprung auf Shiffrin über die Zielline. „Ich bin überglücklich, allerdings bin ich von meinem großen Vorsprung überrascht. Ich dachte, mit meiner Zeitmessung stimmt was nicht“, lacht Brignone. Platz 3 geht an Tina Weirather aus Liechtenstein, ihr Rückstand auf Siegerin Brignone beträgt 1,25 Sekunden. Detail am Rande: Federica Brignone war bereits 2011 Halbzeitführende in Sölden, damals schied sie aber im zweiten Durchgang aus. Und noch eine Info für alle Statistiker: Der Sieg von Brignone ist der erste Sieg der Azzurre im Riesentorlauf seit acht Jahren, 2007 hatte Denise Karbon aus Kastelruth gewonnen – ebenfalls in Sölden.

SOELDEN,AUSTRIA,24.OCT.15 - ALPINE SKIING - FIS World Cup season opening, Rettenbachferner, giant slalom, ladies. Image shows Karoline Pichler (ITA). Photo: GEPA pictures/ Andreas Pranter

Schräglage extrem bei Karoline Pichler          Photo: GEPA pictures/ Andreas Pranter

Nach mehreren prominenten Rücktritten im Sommer, von Kathrin Zettel bis Dominque Gisin, der Auszeit von Tina Maze und der schweren Verletzung von Gesamtsiegerin Anna Fenninger, ist die Ergebnisliste bunt gemischt, gleich acht Nationen sind auf den ersten acht Plätzen. Stärkstes Team in den Top-16 sind die Azzurre, Irene Curtoni freut sich über Rang 9, Nadia Fanchini wird Elfte, gleich dahinter auf Platz 12 folgt die Ennebergerin Manuela Mölgg, Elena Curtoni sichert sich als Vierzehnte ebenfalls noch ein Spitzenergebnis, und nach zwei Jahren Zwangspause fährt die junge Sofia Goggia auf Rang 16. Ebenfalls von einer langen Verletzungspause auf die Rennstrecke zurückgekehrt ist Karoline Pichler aus Petersberg. Die 21-Jährige nahm beim Comebackrennen ihr Herz in die Hand und war bis zur zweiten Zwischenzeit auf dem Weg zu einem Top-10-Platz. Am Ende des Steilhanges aber konnte Pichler nicht mehr die Linie halten und schied aus. Karoline Pichler hat mit ihrer Fahrt eindrucksvoll ihre Charakterstärke gezeigt, kein Zögern, kein Taktieren und keine Kompromisse – nur schade, dass der nächste Riesentorlauf erst Anfang Dezember in Aspen in den USA stattfindet.

Morgen Sonntag folgt in Sölden der Riesentorlauf der Herren, vier Südtiroler sind am Start: Florian Eisath, Manfred Mölgg, Simon Maurberger und Riccardo Tonetti. Die Startzeiten sind 09:30 Uhr und 12:45 Uhr.