Dominik Paris feiert ersten Weltcupsieg in Bormio – Südtiroler Weltklasse!!!

Veröffentlicht am 29. Dezember 2012

„Wir haben die stärkste Abfahrtsmannschaft der Welt, und Dominik ist der kompletteste Abfahrer von uns allen,“ das sagt kein geringerer als der dreifache Medaillengewinner der WM 2011 in Garmisch, Christof Innerhofer. Der Gaiser, den noch immer massive Rückenprobleme quälen, freute sich im Ziel der Stelvio-Piste in Bormio über Platz 9 und über den ersten Weltcupsieg seines Teamkollegen. Dominik Paris zählt mit seinen 23 Jahren zu den jungen „Hupfern“ unter den Abfahrtsassen, und vielleicht gerade deshalb hat der Ultner seine Konkurrenten am heutigen Samstag alt aussehen lassen. Vor allem im kraftraubenden unteren Streckenteil der Stelvio-Piste war Paris eine Klasse für sich, hat volles Risiko genommen und alle Kraftreserven mobilisiert – mit Erfolg. In einer Zeit von 1:58,62 Minuten hat sich „Domme“ überlegen an die Spitze gesetzt.

 

Auf dem Weg zu seinem ersten Weltcupsieg: Dominik Paris in Bormio 2012

Richtig spannend wurde es mit der Fahrt von Hannes Reichelt: Der Österreicher war vom Start weg gleichauf mit Paris, abschnittsweise sogar schneller, ehe der Salzburger im Zielschuss nicht mehr die Ideallinie halten konnte und wertvolle Zeit einbüßte. Im Ziel egalisierte der 32-Jährige die Zeit des Südtirolers. Vier Minuten später ging der Norweger Aksel Lund Svindal ins Rennen und wurde nach und nach immer schneller, am Ende fehlte dem erkälteten Norweger die Winzigkeit von 1/100 Sekunde auf Paris und Reichelt, somit Platz 3. Weitere sechs Minuten später ging Klaus Kröll auf die Strecke, der Steirer konnte seinen Rückstand von Zwischenzeit zu Zwischenzeit verringern und war bei der letzten Zwischenzeit sogar der Schnellste, wurde dann aber etwas abgetragen und im Ziel fehlten dem Sieger der Abfahrtswertung 2012 nur 2/100 Sekunden auf die Bestzeit! Ein verrücktes Ergebnis, mit vier Läufern in 0,02 Sekunden. Somit muss sich Dominik Paris seinen ersten Weltcupsieg mit Reichelt teilen, was aber der Freude keinen Abbruch tut. „Ich kann es noch gar nicht fassen“, sucht Paris nach Worten, „es ist einfach nur geil.“ Und nach einer kurzen Pause fügt der 100-Kilo-Mann hinzu: „Im unteren Teil bin ich perfekt gefahren, ich habe mein Leben riskiert, es war fantastisch!“

Gefragter Gesprächspartner: Dominik Paris gibt Siegerinterviews

Damit reiht sich Paris in die Liste der Südtiroler Abfahrtssieger ein, wie Innerhofer, Heel und Fill, oder um etwas in die Vergangenheit zu blicken, wie Much Mair oder Herbert Plank. Für einen hervorragenden Jahresabschluss 2012 sorgen auch Werner Heel und Peter Fill. Heel der im Vorjahr mit knapp 5 Sekunden Rückstand auf Platz 46 (!) gefahren ist, schafft heute Rang 6 und festigt somit seinen Startplatz in den Top-30. Fill wurde hinter Innerhofer Elfter, der Kastelruther haderte im Ziel etwas mit dem Schicksal: Eine Spitzenzeit bis zur Anfahrt San Pietro-Sprung, dann aber drückte es ihn nach hinten, dadurch hat der 30-Jährige viel Geschwindigkeit und Kraft am Schanzentisch verloren. Siegmar Klotz hat sich seinen Lauf hingegen im oberen Streckenteil ruiniert, der Pawigler ging mit großen Erwartungen ins Rennen und verfehlte mit Platz 31 die Punkteränge um 0,04 Sekunden. Der letzte Südtiroler Sieg beim Abfahrtsklassiker von Bormio geht auf das Jahr 2008 zurück, damals war Christof Innerhofer erfolgreich, das bislang beste Ergebnis von Dominik Paris war der zweite Platz im Jänner 2011 in Chamonix in Frankreich. Nach dem Skifest auf der Stelvio-Piste ging in der Innenstadt von Bormio das Skifest der Fanclubs von Paris, Heel, Innerhofer und Fill weiter.

Die Heillousn mit Papa Albert Paris (Mitte blaue Jacke) in Feierlaune

Die vierte Abfahrt der WM-Saison 2013 brachte den fünften Sieger: Svindal in Lake Louise, Innerhofer in Beaver Creek, Steven Nyman in Gröden und Paris/Reichelt heute hier in Bormio.

Nach dem City-Event am Neujahrstag in München, dem Slalom von Zagreb und dem Slalom und dem Riesentorlauf von Adelboden steht Mitte Jänner in Wengen der nächste Abfahrtsklassiker an, sowie die erste Superkombination in diesem Winter, und ein Slalom.