Die Olympia-Abfahrt 2014 in Sochi – die ersten Eindrücke der Südtiroler

Veröffentlicht am 9. Februar 2012

Zwei Jahre vor den Olympischen Winterspielen 2014 in der russischen Schwarzmeer-Stadt Sochi (Sotschi) finden dort an diesem Wochenende die ersten Skiweltcup-Rennen der Herren statt. Den Auftakt macht am Samstag die Abfahrt, am Sonntag steht die letzte Superkombination in dieser Saison auf dem Programm. Im Vorfeld wurde viel spekuliert, über die Piste im Ort Krasnaja Poljana im Hinterland von Sochi; von einer absoluten Gleiterstrecke war die Rede. Was aber ist dran an diesem Gerücht? Exklusiv für „Südtirolski“ schildern die Südtiroler Abfahrts-Asse Peter Fill und Dominik Paris ihre ersten Eindrücke von der Olympia-Abfahrt 2014, von Sochi und vom ersten Skirennen in Russland. „Die Piste ist interessant. Sie ist im oberen Streckenteil sehr steil, mit mehr als 15 technischen Kurven“ sagt der Kastelruther Peter Fill. „Nach dem ersten Sprung bleibt es technisch, die Piste wird dann aber ein bisschen schneller und flacher. Im letzten Drittel wird die Abfahrt dann flüssig mit zwei großen Sprüngen, sie ist insgesamt sehr schön“, schwärmt der Sieger der Weltcup-Abfahrt 2008 in Lake Louise.


Peter Fill im Startbereich, im Hintergrund der obere Streckenteil der Olympia-Abfahrt 2014

In den ersten Trainingsläufen lag die Laufzeit bei 2, 13 Minuten bzw. 2, 15 Minuten. Damit liegt die Olympia-Abfahrt 2014 ziemlich genau in der Mitte zwischen der körperlich anstrengendsten Abfahrt in Bormio (2 Minuten), und der längsten Abfahrt des Skiwinters in Wengen (2, 30 Minuten). Peter Fill: „Es wird ein harter Kampf, weil die Piste lang und anstrengend ist. Und wenn man voll fährt, dann gehen die Sprünge auch weit“.

Die Sicht des Abfahrtsläufers über den Zielsprung

Das Fazit von Peter Fill: „Die Abfahrtspiste ist etwas anders als normal, aber gut.“ In den Berg von Krasnaja Poljana gebaut hat die Piste die Schweizer Skilegende Bernhard Russi (Abfahrtsweltmeister 1970 in Gröden, Silbermedaille in der Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck). Russi hat u.a. auch die Abfahrtstrecken von Aare, Calgary, Kvitfjell und Beaver Creek entworfen. Der Ultner Dominik Paris bewertet die Olympia-Piste in seiner gewohnt lockeren Art: “ Die Piste ist nicht ganz steil, aber es geht immer bergab“. Damit wäre wohl gesagt, dass Bernhard Russi seinen Job richtig gemacht hat. Als „sehr technisch, schwierig und kurvig“ bezeichnet Dominik Paris den ersten Teil der Piste. Und dann frohlockt sein Abfahrer-Herz: „Es sind drei große Sprünge drin, einer geht ziemlich weit – aber kein Problem“.

Von der Gondelbahn mit Blick auf die drei großen Sprünge

Die Schneeverhältnisse auf der Strecke sind unterschiedlich. Die gesamte Piste wurde vereist und ist ziemlich glatt, besonders im oberen Teil, unten ist der Schnee durch den Temperaturunterschied kompakt. Das Fazit von Dominik Paris: „Ich glaube das wird ein flottes und hartes Rennen.“

Dominik Paris bei der Streckenbesichtigung in Krasnaja Poljana

Beeindruckt zeigt sich der bald 23-Jährige Ultner von den Vorbereitungen auf Olympia 2014. „Bei der Anfahrt haben wir viele Baustellen gesehen, überall wird gebaut. In den Dörfern ist es OK, außerhalb gibt es nur Baustellen“. Und bereits auf Olympia-Kurs sind die Organisatoren. „Überall wird kontrolliert, ohne Akkreditierung kommst du hier nicht weit“, sagt Paris, „es ist fast wie bei den Winterspielen 2010 in Vancouver. Und die Leute in Krasnaja Poljana sind sehr freundlich“. Dem kann Peter Fill nur beipflichten: Es ist schön hier, und unvorstellbar was sie schon alles gebaut haben, und noch bauen. Ich glaube, es werden schöne Olympische Winterspiele 2014 werden“.

Morgen Freitag steht das dritte und letzte Abfahrtstraining auf dem Programm, die Startzeit in Krasnaja Poljana ist 12 Uhr, bei uns in Mitteleuropa ist es durch die Zeitverschiebung (3 Stunden) 9 Uhr am Vormittag. Dominik Paris geht mit Startnummer 7 in den letzten Trainingslauf, Christof Innerhofer hat die Nummer 11, Peter Fill 29, und Siegmar Klotz hat Startnummer 50. Das Abfahrtsrennen am Samstag beginnt ebenfalls um 9 Uhr unserer Zeit, die Superkombination am Sonntag geht um 8 Uhr mit dem Abfahrtslauf los, um 11 Uhr folgt der Slalom.