Didier Cuche verlässt Kitzbühel mit Abfahrtssieg – Azzurri weit hinten

Veröffentlicht am 21. Januar 2012

17 Abfahrtsrennen hat der Schweizer Didier Cuche auf der berühmt-berüchtigten Streif in Kitzbühel bestritten, seit seinem Debüt im Jahr 1996. In 11 Rennen war er unter den Top-10 klassiert, sein schlechtestes Ergebnis war Rang 22 bei seinem ersten Antreten. Und heute hat der bald 37-jährige Schweizer Skigeschichte geschrieben: Mit seinem 5. Abfahrtssieg auf der legendären Streif ist Cuche jetzt alleiniger Rekordhalter, vor der Österreichischen Skilegende Franz Klammer, der vier Abfahrtssiege in Kitzbühel auf seinem Konto hat. Klammer war im Ziel dann auch einer der ersten Gratulanten – sportliche Größe vergeht nie, und auch die 30.000 Zuschauer im Zielraum haben gejubelt. Der vom Vinschger Roland Platzer trainierte „König von Kitz“, wie Cuche in einem Lifestyle-Magazin betitelt wurde, hat mit seiner Bestzeit heute bei Schneefall und weicher Piste einen Dreifachsieg der Österreicher verhindert, auf den Rängen 2-4 folgen Romed Baumann (+0,24 Sekunden), Klaus Kröll (+0,30) und Joachim Puchner (+0,36). Didier Cuche hatte erst am Donnerstag in Kitzbühel angekündigt, dass er mit Saisonende seine Karriere beenden wird.

Verhaltener Jubel bei Christof Innerhofer

 Die Südtiroler sind mit den heutigen extremen Bedingungen auf der etwa um die Hälfte verkürzten Streif ganz und gar nicht zurecht gekommen. Christof Innerhofer aus Gais landete nach einem schweren Fehler in der Traverse auf Rang 16 (+0,69), er ist als einziger der Azzurri überhaupt in die Punkteränge gefahren. Der Passeirer Werner Heel  folgt auf Rang 31, Dominik Paris aus Ulten wurde 35., Peter Fill aus Kastelruth 51., und der Pawigler Siegmar Klotz wurde 58.. Dabei war Paris im Abschlusstraining auf Rang 4 gefahren, Klotz auf 11. Das ist aber längst nicht das schlechteste Kitzbühel-Ergebnis des italienischen Skiteams: Bei der ebenfalls verkürzten Abfahrt am 25.01.2003 war der Villnösser Roland Fischnaller als 30. der Beste der Azzurri. Allerdings ist die Ausgangslage vor der Kombination morgen für Fill und Co. mehr als miserabel.

 Die Gestik von Peter Fill im Ziel sagt alles: Nein zu Abfahrtsrennen bei solchen Bedingungen

 Die unzähligen Südtiroler Skifans, die nach Kitzbühel angereist sind, werden sich die Party dennoch nicht vermiesen lassen. Morgen Sonntag folgt am „Ganslernhang“ der Slalom, der gemeinsam mit der heutigen „Sprint“-Abfahrt zur Kombinationswertung zählt. Der erste Durchgang beginnt um 10 Uhr 15, der zweite Durchgang um 13 Uhr 30. Der große Favorit in der Kombination morgen ist der Kroate Ivica Kostelic, der in der Abfahrt heute auch nur auf Rang 50 gefahren ist.