Abfahrtsfinale in Lenzerheide abgesagt – Dominik Paris Dritter der Abfahrtswertung

Veröffentlicht am 13. März 2013

Alles hat zwei Seiten, jede Medaille, und auch das Wetter. Der Zielbereich am heutigen Mittwoch auf der Lenzerheide präsentierte sich in dezentem Grau, eingehüllt in Nebel, ohne Chance auf Besserung. Oben am Start, wo die Herren auf den Start der letzten Abfahrt in diesem Winter warten mussten, gab es Sonne pur und strahlend blauen Himmel – mit freier Sicht auf ein atemberaubendes Wolkenmeer. Nach fünfstündiger Verschiebung durch die Jury kam dann das endgültige Aus für das Abfahrtsfinale: Zunächst für die Herren, eine Stunde später auch für die Damen. Weil laut Reglement beim Finale keine Rennen mehr verschoben werden dürfen, auch nicht auf einen anderen Tag, stehen somit die Gewinner der Abfahrtswertung fest: Aksel Lund Svindal aus Norwegen holt sich nach der Super-G-Kugel auch Kristall in der Abfahrt, auf Platz 2 Klaus Kröll aus Österreich. Beide können sicher zu den glücklichen Gewinnern des heutigen Tages gezählt werden. Auf den Rängen 3 und 4 folgen die „Pechvögel“ aus Südtirol, Dominik Paris und Christof Innerhofer. „Das Wetter können wir nicht beeinflussen, es ist so wie es ist. Ich glaube schon, dass ich zumindest eine Position in der Abfahrtswertung hätte aufholen können“, sagte Paris nach der Absage, „aber vielleicht hätte ich auch eine Postion verloren. Und diese Abfahrtssaison war richtig grandios, mit oder ohne Finale.“ Stimmt: Mit seinen Siegen in Bormio und Kitzbühel hat der Ultner zwei große Klassiker gewonnen, und die Silbermedaille bei der WM in Schladming war die berühmte Kirsche auf der Torte.

Die Nummer 1 im italienischen Abfahrtsteam lässt Feierabend: Dominik Paris

Weit weniger gelassen als Dominik Paris sieht die Absage Christof Innerhofer. Er war im Training gestern der schnellste Titelanwärter, vor Svindal, Paris und Kröll, und galt als Favorit auf der steilen Abfahrtspiste. „Bei schöner Sicht wäre es sicher ein spannender Vierkampf um die Kristallkugel geworden, so kann man aber nichts machen und die Enttäuschung ist groß, weil ich realistische Chancen hatte. Der Super-G morgen ist mir egal, ich wollte hier die Abfahrt fahren“, ärgerte sich Innerhofer.

 Rok Perko, Christof Innerhofer, Hannes Reichelt, Klaus Kröll und Adrien Theaux im Vordergrund genießen die Aussicht

Aksel Lund Svindal steht trotz Nebels heute auf der Sonnenseite: „Es ist meine erste Abfahrtskugel, und gemeinsam mit der Kugel im Super-G und dem Weltmeistertitel in Schladming habe ich ein weiteres Ziel erreicht. Natürlich wäre ich gerne die Abfahrt gefahren, aber that´s life.“ Svindal ist der erste Norweger seit Lasse Kjus 1999, der die Abfahrtswertung gewinnt. Insgesamt ist es die sechste Kugel für Svindal, der damit mit Skigrößen wie Alberto Tomba und Gustav Thöni gleichzieht.

Dem Nebel zum Opfer gefallen ist auch das Abfahrtsfinale der Damen. Die verletzte Lindsey Vonn aus den USA gewinnt praktisch im Reha-Bett die kleine Kristallkugel, mit nur einem Punkt Vorsprung auf Tina Maze, die vergeblich um eine Verschiebung der Abfahrt auf Donnerstag oder Freitag gepocht hat. Die Regeln aber sind klar: Beim Finale gibt es keine Verschiebungen – und hier sind sie wieder, die zwei Seiten.