So hat Dominik Paris seinen historischen Sieg auf der Streif gefeiert

Veröffentlicht am 27. Januar 2013

Es war die wildeste Partynacht des gesamten Kitzbühel-Wochenendes, die Nacht vom Samstag auf Sonntag, die erste Nacht nach dem Abfahrtsklassiker auf der Streif, die erste Nacht nach dem historischen Sieg von Dominik Paris. Der 100-Kilo-Mann aus Ulten zeigte im Umgang mit Journalisten und Adabeis eine bemerkenswerte Lockerheit, wollte er über eine Antwort nicht nachdenken, gab er mit einem verschmitzten Lächeln eine zweideutige Antwort, die Presse war zufrieden und die neue Nummer 1 in der Abfahrtswertung ebenso. Frei nach dem Motto: Den einen ihre Story, und mir meine Hetz!

Der erste Höhepunkt nach der Abfahrt am Samstag war die Siegerehrung am Abend beim Zielhaus. Zehntausende Fans aus aller Welt feierten ihre Stars, mit Tröten, Fahnen und Bier. Die Abfahrtsasse kommen vom Dach hinunter auf die Plattform im ersten Stock, hinter Plexiglas nehmen sie die „Gams“ in Gold, Silber und Bronze entgegen.

Ziegenbart mit Gams in Kitz: Dominik Paris bei der Siegerehrung

Nach einer Reihe von offiziellen Terminen mit Sponsoren der Hahnenkammrennen steht der letzte Pflichttermin für den Abfahrtssieger auf dem Programm: Der obligatorische Barman-Job im „The Londoner“-Pub in der Altstadt von Kitzbühel. Während seine Abfahrtskumpels vor allem aus dem kanadischen Team schon fleissig mit Bier aufschenken beschäftigt waren, kam der knapp 24-Jährige als Letzer nach, um seiner Dienst anzutreten. „Kein Einlass“, meinte der Türsteher, „warum nicht“, meinte der junge Herr aus Südtirol, und schob umgehend eine leicht verständliche Erklärung nach: „Ich bin Dominik Paris!“ „Das kann jeder sagen“, meinte der ganz offensichtlich skibegeisterte Sicherheitsbeauftragte. Der Blick in den Ausweis klärte diese peinliche Panne, die Türen öffneten sich. Bei gefühlten 140 Dezibel Rockmusik ging Dominik Paris an die Arbeit, seine eifrigsten Helfer waren der Zweitplatzierte Eric Guay, sowie die anderen „Crazy Canucks“ Jan Hudec und Benjamin Thomsen, und der viertplatzierte David Poisson aus Frankreich. Über die Details dieser Party herrscht Stillschweigen, wer drin war weiß warum und denkt mit einem glücklichen Grinser an eine legendäre, wenn auch kurze Nacht.

In der Zwischenzeit hat sich das gesamte Ultental auf die Ankunft des ersten Südtiroler Siegers der Hahnenkamm-Abfahrt vorbereitet. Für Sonntag-Nachmittag 17 Uhr wurde ein großer Empfang am Parkplatz des Skigebietes Schwemmalm organisiert – in Windeseile.

Bürgermeisterin Dr. Beatrix Mairhofer (Mitte), der Präsident des Tourismusvereins Ulten Paul Rainer (Hinten) und das Verwaltungsratsmitglied der Liftgesellschaft Ulten Roland Staffler (Links)

Gespannt haben rund 1.000 Skifans, Freunde und Bekannte von Dominik Paris auf die Ankunft des Kitzbühel-Siegers 2013 gewartet. Mit dabei natürlich sein „Spezl“ Siegmar Klotz, die beiden sind seit Kindheitstagen dicke Freunde und hatten am heutigen Sonntag allen Grund zum Feiern, denn Siegmar Klotz hat mit den Rängen 10 und 12 in Super-G und Abfahrt von Kitzbühel erstmals in seiner Karriere ganz oben angeklopft!

Menschenmeer in Ulten beim großen Empfang für Dominik und Siegmar

 Die beiden WM-Starter in Schladming im Februar waren von der „Woge der Begeisterung“ sichtlich überrascht, nach kurzem Zögern konnten sie das Bad in der Menge dann auch genießen. Ein paar Tage Ruhe haben sich Dominik Paris und Siegmar Klotz jetzt verdient, danach beginnt die WM-Vorbereitung. Am Mittwoch, 6. Februar, steht der Super-G auf dem Programm, am Samstag 9. die Abfahrt, Start ist jeweils um 11 Uhr. Aller Voraussicht nach wird Klotz im Super-G und in der Superkombination starten, Paris in der Abfahrt und in der Superkombination.