Slalom: Azzurri beißen sich in Kitzbühel an Hirscher die Zähne aus

Veröffentlicht am 27. Januar 2013

„Ja gibt´s denn sowas: Der macht Fehler und ist schnell“, staunt der Stadionsprecher im Zielraum des Ganslernhanges in Kitzbühel über die Fahrt von Marcel Hirscher. Der Salzburger war im Slalom am heutigen Sonntag nach dem ersten Durchgang „nur“ auf Rang 3, hinter den Azzurri Giuliano Razzoli und Stefano Gross. Im entscheidenden zweiten Durchgang hat Hirscher einen seiner famosen Läufe gezeigt, ist am Limit bis ins Ziel balanciert, und hat eine überlegene Bestzeit hingeknallt. Olympiasieger Giuliano Razzoli ging mit 0,07 Sekunden Vorsprung auf Hirscher auf die Strecke, konnte im oberen Teil mithalten, hatte dann aber bei der schon bekannten Schlüsselstelle einen Fehler, Platz 4 im Endklassement. Dem Halbzeitführenden Stefano Gross erging es ähnlich: Oben schnell und ein Riesenpatzer bei der Welle. Gross wurde durchgereicht bis auf Platz 11. Die Azzurri sind ganz offensichtlich an Hirscher heute zerbrochen, der sich über seinen ersten Sieg in Kitzbühel freut.

Licht und Schatten gibt es in der Bilanz der Südtiroler Manfred Mölgg und Patrick Thaler: Für Mölgg war der Arbeitstag bereits nach 5 Sekunden vorbei, er ist im ersten Durchgang zu forsch gestartet und nach wenigen Toren aus dem Kurs gefallen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich bei der Zufahrt zur Haarnadel schon so schnell war“, zeigt sich Mölgg überrascht, „aber ein Ausfall passiert im Slalom eben schnell. Für die WM bin ich zuversichtlich.“ Patrick Thaler lag nach dem ersten Durchgang auf Rang 6, ihm gelang ein sauberer zweiter Lauf, bis auf den einen – fast schon obligatorischen – Fehler. Dennoch kann der Sarner mit Platz 6 in Kitzbühel zufrieden sein, der im Duell mit Cristian Deville um den Slalomstartplatz bei der WM jetzt einen leichten Vorteil hat, oder haben müsste. Der Kitzbühel-Sieger 2012 war im ersten Durchgang stark unterwegs, und hat dann eingefädelt.

Macht den Kampf um das letzte WM-Ticket bei den Azzurri spannend: Patrick Thaler

Zehntausende Fans im Zielgelände haben“ihren“ Marcel Hirscher lautstark gefeiert, mit einem Rückstand von 0,77 Sekunden folgt Felix Neureuther (GER) auf Rang 2, Platz 3 geht an den Kroaten Ivica Kostelic. Für Kostelic ist es zugleich der vierte Sieg in Folge der klassischen Hahnenkamm-Kombination aus Abfahrt und Slalom. Dominik Paris ist als Kombinierer im Slalom nach wenigen Toren ausgeschieden. Geht es nach den Plänen des internationalen Skiverbandes FIS, dann war das heute die letzte „klassische“ Kombination im Weltcup, aus einer Abfahrt und zwei Slalomdurchgängen. Künftig wird es nur mehr Superkombinationen geben, aus einer Abfahrt und einem Slalomlauf an einem Tag.